YTC 2018: Richter/LASK verteidigt den Titel

KRO_0819Der Schachclub Richter/Lask hat einen Bann gebrochen und als erster Verein den Titel bei der Youth Team Championship (kurz YTC) des Regionalverbandes CR Alto Adige verteidigt. Das Team „I Cigni“ mit Niccolò Casadio, Nicole Paparella und Arena Ignazio ließen am überlegenen Sieg keinen Zweifel aufkommen und verwiesen die „Chess Boys“ aus Lienz und die „großen Traminer Wudelen“ auf die weiteren Podestränge.

Eine Lücke im Reglement des ASV Südtiroler Schachbundes machte es möglich. Weil dort kein genereller Einschreibeschluss für Mitglieder der Schachvereine vorgesehen ist, meldete der Bozner Schachclub J. Richter/Lask einen Spieler namens Ignazio Arena kurzerhand nach und ermöglichte dem 14-jährigen aus Mailand die Teilnahme. In seiner Heimat ist er kein unbeschriebenes Blatt: Mit aktuell 1988 Elopunkten hat er bereits den Titel eines nationalen Meisterkandidaten in der Tasche. Eine schöne Verstärkung für das Unternehmen Titelverteidigung! „Für die Qualität liefern wir auch Quantität!“ hieß es aus Bozen. Mit Verweis darauf, dass der Verein den Wettbewerb mit drei Mannschaften bestückt. Passt!

Fairerweise blieben die vorderen Bretter den heimischen Spielern vorbehalten: Am ersten Brett saß der 11-jährige Niccolò Casadio, das zweite Brett hütete Nicole Paparella. Wenngleich die Mannschaft alle sieben Begegnungen für sich entschied, so blieben hier und da ein paar Brettpunkte liegen und der Rekord des „Nettuno“-Teams aus dem Jahr 2014 bestehen: Casadio einigte sich bereits in der Auftaktrunde gegen Jakob Niederfriniger über eine Punktteilung, der Meisterkandidat aus Mailand „rettete“ in der vierten Runde mit einem Remisangebot seine schlecht stehende Partie gegen den Lienzer Luis Pedevilla, der eine nationale Elozahl von 1017 Punkten aufweist, und eine Runde zuvor erwischte es die Nummer eins der SSB-Damenrangliste: Zum ersten Mal in drei Jahren verlor Nicole Paparella bei der YTC eine Partie; trotzdem hat sie von 21 Partien 20 Siege zu Buche stehen. Respekt!

Ihr Bezwinger war Andreas Florian von den „großen Traminer Wudelen“, der unfreiwillig von sich reden machte. Er führte sein Team mit Quentin Haller und Felix Maier bis an die zweite Position heran, wobei er mit sechs Siegen bereits die Hand an der „best-Player“-Trophäe hatte. In der spannenden Schlussrunde überstürzten sich die Ereignisse: Gegen den „weißen Turm“ aus Brixen/Milland führten die Traminer mit 1,5:0,5, doch dann musste Andreas Florian seinem Gegner die Hand als Zeichen der Aufgabe reichen. Was für eine bittere Niederlage! Im Fernduell mit den Chess-Boys aus Lienz, die mit einem 2:1-Sieg gegen Gröden 2 vorlegten, ging den Traminer Wudelen so auch der zweite Platz sprichwörtlich durch die Lappen. Einen Vorwurf muss man dem sichtlichen enttäuschten Traminer nicht wirklich machen: Bei der YTC herrscht das Prinzip, dass man als Mannschaft gewinnt und als Mannschaft verliert.

Im Raiffeisen Kulturhaus von Niederdorf, dessen Tore die Mitglieder des dort beheimateten Schachvereins unter der Regie von Daniel Girardelli öffneten, versammelten sich 15 Dreier-Teams aus neun Vereinen. Davon acht aus Südtirol. Hervorzuheben ist die Teilnahme des SV Lichtenberg, dem der Weg in das Pustertal mit den Schachbrettflitzern im Gepäck nicht zu weit war. Daran hätten sich einige andere Vereine, deren Weg um einiges kürzer gewesen wäre, ein Beispiel nehmen können.

Zum ersten Mal mit dabei war der SK Dolomitenbank Lienz. Die Kontaktaufnahme mit den Osttirolern verlief auf Anhieb positiv. Sie meldeten zwei „Chess-Boys“-Teams für den 7-rundigen Titelkampf, was sich vor Turnierbeginn noch ändern sollte. Weil der stets eifrige Obmann Georg Weiler eine krankheitsbedingte Absage erhielt, bestand der Samstag darin, einen Ersatz zu finden. Was ihm am Abend auch gelang. Nachdem die 12-jährige Anna Clara als Ersatz einsprang, passte der Name Chess-Boys natürlich nicht mehr. Also benannte man das Team kurzerhand in „Bambini Scacchi“ um. Dass der Weg nach Niederdorf nicht umsonst war, dafür sorgten dann die Chess-Boys selbst: Sie errangen in einem Herzschlagfinale den zweiten Rang. Große Stütze des Teams war Simon Lugger, der auf Brett eins mit sechs Punkten brillierte. Aber auch Marcel Schilcher und Luis Pedevilla leisteten mit je vier Punkten ihren Beitrag. Nicht nur sie zeigten sich von der Veranstaltung begeistert. Kaum zu Hause angekommen, schickte Weiler eine E-Mail ins Pustertal: Danke für eure Gastfreundschaft! Es war auch für die Jungs eine prima Schachveranstaltung!

Andere Mannschaften konnten hier durchwegs überzeugen. „Weißer Turm“ vom SC Brixen/Milland landete auf dem vierten Rang und damit weiter vorne als nach Setzliste erwartet. Erfolgreichster Spieler im Team der Brixner war Kristian Dal Borgo mit 4,5 Punkten. Er war es auch, der mit dem Sieg gegen Andreas Florian den Turnierausgang mitprägte. Knapp dahinter reihte sich das Grödner Team „ADJ I duri“ auf den fünften Platz ein. Hier war David Anvidalfarei mit fünf Siegen der beste Spieler seines Teams. Freuen konnte sich in dieser Mannschaft auch Alex Piazza. Die Glücksfee zog das Los mit seinem Namen, das ihm einen Sachpreis bescherte.

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Bei der Prämierung zeichnete CRAA-Obmann Andreas Steger das Team der „kleinen Wudelen“ aus Tramin mit dem Preis als bestes U12-Team aus. Die „best-Player“-Trophäe ging an Niccoló Casadio (oben im Bild) dessen 6,5 Punkte eine Leistung von 1573 Punkten ergaben.

Fortsetzung folgt!

Ergebnisse

 

 

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