YTC 2016: Meraner „Wild Rooks“ setzen die Krone auf

championship2016Mit der fünften Auflage feierte die Youth Team Championship in St. Ulrich ein kleines Jubiläum. Dieses versüßten die Teilnehmer mit einem spannenden Turnierverlauf. Am Ende setzte sich das leicht favorisierte Team aus Meran durch, aber die Entscheidung zugunsten der „Wild Rooks“ hätte nicht enger sein können…

Zum ersten Mal in der fünfjährigen Geschichte waren es nicht die Mannschaftspunkte und auch nicht die Brettpunkte, die den Ausschlag über den Sieg der diesjährigen regionalen U16-Mannschaftsmeisterschaft gaben. Die Feinwertung entschied das Titelrennen mit 52,5:49,5 Punkten für das Meraner Team. Der Sieg für die Wild Rooks ist bemerkenswert, gewann doch zum ersten Mal überhaupt eine Mannschaft, deren Teilnehmer alle der U12-Jugendkategorie angehören. Von einer Überraschung kann keine Rede sein, denn die Wild Rooks starteten als Nummer eins der Setzliste.

Es waren zunächst aber die an Rang drei gesetzten Traminer Wudelen, die den Ton der ersten Runden bestimmten und bei drei Mannschaftssiegen acht Brettpunkte errangen, während die Meraner ebenfalls drei Siege erringen konnten, aber bei drei 2:1-Siegen zwei Brettpunkte auf die Traminer einbüßten. Dabei hatten sie aber mit dem an Nummer zwei gesetzten Gröden 1 bereits einen der Mitfavoriten in die Schranken gewiesen. In der vierten Runde endete der Vergleich zwischen den Wild Rooks und den Traminer Wudelen unentschieden; letztere verteidigten so ihre Führung.

In den nächsten Runden schmolz der Vorsprung der Traminer Wudelen zusammen. Niccolò Casadio kämpfte mit Gröden 1 darum, den Anschluss zu halten. Ihm gelang es, den Wudelen einen Brettpunkt abzunehmen, die Begegnung ging aber mit 1:2 verloren, womit die Grödner aus dem Titelrennen waren. Gleichzeitig wuchs der Druck der Wild Rooks mit einem 3:0-Sieg in dieser fünften und eine Runde später mit dem gleichen Ergebnis.

Im Spitzenfeld tauchte nun die Damenmannschaft des ASD Arci Scacchi auf. Die unwiderstehlich spielende Nicole Samantha Paparella gab dem Turnier eine entscheidende Wende, indem auch sie dem Traminer Spitzenbrett eine Niederlage zufügte. Zwar konnten sich die Traminer erneut dank Andreas Florian, der in den wichtigen Momenten großen Kampfgeist an den Tag legte, mit 2:1 gewinnen, doch an der Spitze der Rangliste kam es zu einer Pattsituation.

Noch einmal zeigten die beiden besten Mannschaften in der letzten Runde ihr Können. Im Blitztempo fegten die Wild Rooks das Steinegger Team „Zwischenzug“ mit 3:0 vom Brett. Die Wudelen erspielten gegen Zugzwang ebenfalls eine 2:0-Führung, und auch jetzt behielt Andreas Florian die Nerven: Als er den Endstand zum 3:0 fixierte stand fest, dass es nichts mehr nützte: Die Championship-Trophäe 2016 geht nach Meran.

Mit dem Sieg der Wild Rooks kam auch in Steinegg Freude auf, denn Zwischenzug konnte sich den Spezialpreis in der U12 sichern. Die Steinegger hatten einen Brettpunkt mehr als die Naturnser Bauerrangers, die sich vor dem Turnierstart mit Jonas Masten aus Meran einen dritten Spieler holten, nachdem ein eigener Spieler erkrankte.

Die Grödner Mannschaften sicherten dem Ausrichter immerhin zwei Mal die Bronzemedaillen. Den Spezialpreis für den „Best Player“ sicherte sich mit Nicole Samantha Paparella zum ersten Mal eine Spielerin. Sie und Felix Maier gewannen alle sieben Partien, die junge Boznerin hatte aber die etwas stärkere Gegnerschaft.

Früher als geplant fand die Siegerehrung statt. CRAA-Obmann Andreas Steger und Christina Perathoner vom ausrichtenden Verein überreichten den „vielen neuen Gewinner“ die vom Schachclub Gröden zur Verfügung gestellten Preise.

Wie bei jedem Turnier gibt es Sieger und Verlierer, doch bei so einem Turnier gewinnen eigentlich alle und jeder hätte eine Medaille verdient“, sagte Steger. Verdient hätte diese Meisterschaft auch mehrere beteiligte Vereine. Mit Tramin, Steinegg, Arci, Gröden, Brixen/Milland, Meran und Naturns fanden nur sieben Südtiroler Vereine den Weg nach St. Ulrich. Einen Rekord stellte der SC Gröden auf, der als erster Verein sechs Mannschaften aufstellte.

Mit positiven Eindrücken verließen die Teilnehmer den Spielsaal im Kulturhaus von St. Ulrich. Zu erzählen hatten gewiss alle Teilnehmer irgendetwas. Zu Hause angekommen verrieten die Schaguler-Zwillinge dass ihnen der Name des Schreibers dieser Zeilen und CRAA-Obmann am besten gefalle, weil dieser an den Tormann des FC Barcelona, Mark Andre ter Stegen, erinnere. Wie nett…

Endstand

 

 

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